„SeeWandel: Leben im Bodensee – gestern, heute und morgen“ untersucht den Einfluss von Nährstoffrückgang, Klimawandel, gebietsfremder Arten und anderer Stressfaktoren auf das Ökosystem Bodensee, seine Biodiversität und Funktionsweise, sowie die menschliche Nutzung am See.

Die enge Zusammenarbeit der sieben Forschungseinrichtungen trägt dazu bei, im Rahmen der geplanten Untersuchungen, wichtige Fragen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit des Bodensees, potenzieller Veränderungen von Ökosystemleistungen sowie zukünftiger Probleme evaluieren zu können.
SeeWandel schafft Basiswissen, auf dessen Grundlage wissenschaftlich fundierte Entscheidungen seitens der Wasserwirtschaft und der Politik über die Zukunft des Bodensees getroffen werden können.

Hintergrund des Projekts

An der Kommissionstagung der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) im Mai 2016 wurde die Bedeutung weiterführender Untersuchungen zur Resilienz des Bodensees erkannt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein zusätzliches Monitoring, z.B. von invasiven und gebietsfremden Arten, welche sich mit der Öffnung des Main-Donau-Kanals 1992 (Verbindung Rhein- und Donaueinzugsgebiet) zunehmend im Bodensee verbreiten, sowie ein zusätzliches Monitoring des Litorals (Uferzone) beschlossen. Dieses soll, zusammen mit den vorhandenen langjährigen Datenreihen aus dem Bodensee, als Grundlage für ein „Resilienz-Bodensee“ Projekt dienen.

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Aufgrund begrenzter Finanz- und Personalmittel hat sich gezeigt, dass die IGKB ein fachlich breit angelegtes Forschungsprogramm zur Resilienz des Bodensees nicht alleine umsetzen/realisieren kann. Mithilfe von Interreg wurde die Entwicklung des SeeWandel-Projekts (SeeWandel: Leben im Bodensee – gestern, heute und morgen; ursprünglicher Arbeitstitel EnBioBo7 – Erhalt und Entwicklung der Biodiversität des Ökosystems Bodensee durch grenzüberschreitende Resilienzforschung und Zusammenarbeit von 7 Instituten) vorangetrieben, welches offiziell im November 2017 genehmigt wurde und im Januar 2018 gestartet ist.

Sieben Institute aus drei Ländern (Deutschland, Schweiz und Österreich) arbeiten zusammen an verschiedenen Themen, um zu verstehen wie der Bodensee auf sich ändernde Umweltbedingungen reagiert. Insbesondere geht es um die komplexen Interaktionen zwischen Klimawandel, invasiven und gebietsfremden Arten, sowie Re-Oligotrophierung und wie diese das Ökosystem beeinflussen. Diese grenzüberschreitende Kooperation bietet die Möglichkeit herausragende Forschung an Fragen von fundamentaler Bedeutung für den Bodensee zu betreiben. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem DFG-geförderten Graduierten Kolleg der Universität Konstanz „RTG R3 – Responses to biotic and abiotic Changes, Resilience and Reversibility of Lake Ecosystems“ bildet einen starken wissenschaftlichen Rahmen. Es ergeben sich viele Schnittpunkte zwischen den beiden Großprojekten und daraus ableitbare Synergien für die internationalen Themengruppen und Teilprojektarbeiten. Während das Graduierten Kolleg sich stärker auf die Grundlagenforschung konzentriert, sind die SeeWandel-Teilprojekte mehr angewandter Natur.

13 Projekte von 7 Instituten

SeeWandel umfasst 13 Teilprojekte, deren Untersuchungen zu einem verbesserten Prozessverständnis des Pelagials (uferferner Freiwasserbereich) und Litorals (Uferregion), sowie Interaktionen zwischen diesen beitragen.

Zur Forschung

Forschungsgemeinschaft

Beteiligte
Universitäten | Partner
Unterstützer

Angewandte Aspekte

Der enge Austausch mit Stakeholdern, politischen Entscheidungsträgern und anderen gesellschaftlichen Akteuren steht bei der Arbeit von SeeWandel am Bodensee im Vordergrund. Die Forschungsansätze von SeeWandel erfordern Integration, sowie Inter- und Transdisziplinarität.

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SeeWandel hat zum Ziel zur Entwicklung wirksamer Werkzeuge für das nachhaltige Management des Ökosystems Bodensee beitragen zu können, sowie zum Verständnis der Resilienz des Ökosystems bezüglich aktueller Probleme im See. SeeWandel liefert somit einen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Biodiversität bei bestehender menschlicher Nutzung der Ressourcen am Bodensee. Projektergebnisse werden mit Fachbehörden der Bodenseeanrainerstaaten intensiv diskutiert. Gewonnene Erkenntnisse und entwickelte Methoden im Rahmen von SeeWandel sollten auch für andere Seen anwendbar sein.

Durch die Einbettung mehrerer in SeeWandel involvierter Forschungsinstitute in das Bodensee-Monitoring der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) sind enge Kontakte zu Behörden und Institutionen des Gewässerschutzes gegeben. Die enge Zusammenarbeit der sieben Forschungsinstitute, sowie die enge Kooperation mit dem Graduierten Kolleg der Universität Konstanz „RTG R3 – Responses to biotic and abiotic Changes, Resilience and Reversibility of Lake Ecosystems“ stärkt den internationalen, interdisziplinären Forschungsverbund. Darüber hinaus sind Vertreter der SeeWandel Forschungsinstitute aktive Partner in Diskussionen unter anderem der Fischereiverbände (z.B. Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) und an Foren über Re-Oligotrophierung (z.B. „Dialogforum See und Fisch Bodensee“). Repräsentanten stehen als Ansprechpartner für Einrichtungen auf Bundesebene, wie zum Beispiel dem BAFU auf Schweizer Seite, zur Verfügung.

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